Verwandtschaft wird allgemein definiert als “die durch Abstammung voneinander oder einem gemeinschaftlichen Dritten begründete Familienbeziehung” (Knauers Lexikon 1965).

    Alte deutsche Verwandtschaftsbezeichnungen findet man häufig bei den verschiedensten Ereignissen (Taufen, Eheschließungen) in Kirchenbüchern, in Gerichtsakten (Erbkäufe) aber ebenso in Urkunden, Dokumenten, Briefen und persönlichen Aufzeichnungen. Sie unterscheiden sich teilweise sowohl regional als auch in historischen Zeiträumen.

    Bei den Verwandtschaftsbezeichnungen unterscheidet man heute solche nach altem Kirchenrecht und neuem Kirchenrecht (ab 1983) sowie nach bürgerlichem Recht.
    Das germanische oder kanonische Recht (welches bis 1983 von der katholischen Kirche angewendet wurde) berechnet die Entfernung der in Frage stehenden Personen von einem gemeinsamen Stammvater aus, wobei der Verwandtschaftsgrad durch Zählung der Generationen auf den ersten gemeinsamen Stammvater bestimmt wird. Die Langobarden zählen den Stammvater selbst mit, wie es dem lateinischen Brauch entspricht. Die salischen Franken beginnen mit den Geschwistern, die ribuarischen erst mit den Geschwisterkindern als erstem Grad.
    Das römische Recht (welches für das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB, §§1589, 1590) angewendet wird und seit 1983 auch in der katholischen Kirche gilt) zählt die zwischen zwei Personen liegenden Geburten. Der Gesetzgeber unterscheidet in gerader Linie und in Seitenlinie. Von der geraden Linie spricht man nur, wenn die Verwandtschaftsbeziehung in einer Geraden verläuft (im Sinne von Vater-Großvater-Urgroßvater). Sonst spricht man von der Seitenlinie.

    Die nachfolgende Zusammenstellung beinhaltet die im alten Deutschland gebräuchlichsten Bezeichnungen.
    Die gesuchten Worte sind durch Auswahl über die in der Fußleiste aufgeführten Buchtaben zu erreichen.
    Nach Anklicken eines Buchstabens öffnet sich ein neues Fenster, in dem die betreffenden Verwandtschaftsbezeichnungen blockweise aufgelistet sind nach
    - Schreibweise in heutiger Schrift,
    - Schreibweise in Kurrent,
    - Schreibweise in Sütterlin,
    - Erklärung der Bezeichnung.


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    Quellenverzeichnis:
    [1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (1854)



    Quellen im Internet

    ahnen-ploeger.de
    http://www.ahnen-ploeger.de/     
    Lateinische und altdeutsche Bezeichnungen für Familie und Verwandtschaft

    Genealogisch-Heraldische Gesellschaft der Regio Basel
    http://www.ghgrb.ch/genealogicalIntroduction/verwandtschaft.html    
    Deutschspachige und amerikanische Begriffe zu Verwandtschaftsgraden (mit Grafischen Darstellungen).    

    Hompeage von Frank Schnell
    http://www.frank-schnell.de/verwandtschaft.htm     
    Verwandtschaftsgrade (Erläuterungen, Tabellen, Grafiken)
    - im allgemeinen Sprachgebrauch,
    - im deutschen und angelsächsischen Sprachraum sowie
    - im kanonischen Recht und bürgerlichen Recht.

    Homepage von Ulf Neundorfer
    http://www.ulf-neundorfer.de/frameset-g.html     
    Verwandtschaftsbeziehungen