Die meisten Dokumente mit denen Genealogen konfrontiert werden sind von Pfarrern oder Kanzleibeamten niedergeschrieben. In den Kirchenbüchern des 17. und 18. Jahrhundert erfolgte dies meist in lateinischer Schreibschrift (Antiqua), die relativ einfach zu lesen ist. Die in Kanzleien üblichen Kanzleischriften waren zwischen Frakturschrift und Kurrentschrift angesiedelt, worin man sich auch schnell einlesen kann.
Ungewohnt ist dagegen die Schreibschrift Kurrent, entstanden aus der spätgotischen Notula und seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland gebräuchlich. Kurrent ist der lateinischen Schrift recht ähnlich und leicht erlernbar. Und je öfter man sie liest, desto schneller geht es. Das wirkliche Problem ist nicht die Kurrentschrift, sondern sind die schlechten Handschriften in manchen Büchern. Der Begriff "Kurrentschrift" steht einfach für eine zügig geschriebene Schreibschrift (lat. currens = laufend). Wenn von "deutscher Kurrentschrift" gesprochen wird, ist meist die Schreibschrift gemeint, die Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts die gebräuchliche Verkehrsschrift in Deutschland war. Die Buchstaben sind schlank und haben ausgeprägte Ober- und Unterlängen. Die Schrift wirkt etwas eckig, weshalb sie zuweilen auch als "Spitzschrift" bezeichnet wird.
Die Sütterlinschrift ist eine von dem deutschen Grafiker Ludwig Sütterlin (1865 bis 1917) entwickelte Schreibschrift, die 1915 an den preußischen Schulen eingeführt wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Schrift in allen deutschen Ländern übernommen und beibehalten, bis sie 1941 verboten wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie nur noch vereinzelt an einigen Schulen gelehrt. Abgelöst wurde sie durch die lateinische Schrift, die wir noch heute schreiben. Obwohl es sich bei der Sütterlinschrift nur um eine spezielle Ausprägung der deutschen Kurrentschrift handelt, wird sie oft fälschlicherweise als Oberbegriff für "die deutsche Schrift" verwendet. Bei der Sütterlin-Schrift sind die einzelnen Buchstaben "aufgerichtet", sie stehen also gerade auf den Linien und sind nicht mehr nach rechts geneigt. Die Buchstaben sind relativ breit und nicht mehr verschnörkelt. Außerdem sind die Ober- und Unterlängen sehr kurz gehalten.
Schriften www.mathesius.de/privat/naumann/runterla.html
- Antiqua, MA Bastarda, Fraktur, Deutsche Werksschrift, - Old London, Gotic, Wilhelm Klingspor-Schrift, - MA GKursiv, MA Golice, - Deutsche Kurrent, Sütterlin, - Handschrift
Sütterlinschrift und Frakturschrift http://www.suetterlinschrift.de/index.html
Homepage von Peter Dörling mit - Die Sütterlinschrift als Handschrift - Die Frakturschrift in Büchern - Die Entwicklung unserer Schrift
Website von Dieter Steffmann http://www.steffmann.de/
Hier gibt es über 300 Schriften zum Download (die auf der Website betrachtet werden können), darunter - Alte Schwabacher, Schwabacher, - Aristokrat-Kanzlei Zierbuchstaben, - Chursächsische Fraktur, - Flämische Kanzleischrift.
Quellen im Internet
Album 1900 http://www.album1900.com/suetterlin/suetterlin.php Sütterlin, Kurrent, alte deutsche Handschrift
Diaware http://www.diaware.de/html/schrift.html Die deutsche Schreibschrift - Sütterlinschrift
Forum “Ahnensuche Mitteldeutschland” http://www.genealogienetz.de/vereine/wgff/aachen/Schreibweise_des_scharfen_s.pdf Schreibweise des scharfen “s”
Steppkes Homepage http://www.steppkes.homepage.t-online.de/dussel.htm Hieß Düsseldorf mal Dühseldorf?
WikiPedia http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kurrentschrift Deutsche Kurrentschrift
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